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The International Tobacco-Control Network

Medienkonferenz „Tag des Nichtrauchens 2000" vom 9. Mai 2000
Medienmitteilung Sperrfrist: 9. Mai 2000, 11.00 Uhr

   

Gewichtskontrolle nach dem Rauchstopp

(AT) Exraucherinnen und Exraucher nehmen nach dem Rauchstopp zusätzlich 2 Kilogramm zu. Doch ein Gewichtsanstieg ist kein Hindernis, mit Rauchen aufzuhören, erklärten Gesundheitsorganisationen (Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention, Bundesamt für Gesundheit, Schweizerische Krebsliga, Schweizerischer Apothekerverband) heute an einer Medienkonferenz in Bern. Wer auf lockere Art Sport treibt, behält überflüssige Kilos unter Kontrolle. Einen besonderen Anreiz, die Rauchgewohnheiten abzulegen, bietet der Wettbewerb "Gewinnen Sie 5000 Franken. Grund genug, mit Rauchen aufzuhören".

Viele Rauchende möchten aufhören. Eine gute Gelegenheit ist der Tag des Nichtrauchens vom 31. Mai mit dem Wettbewerb "Gewinnen Sie 5000 Franken. Grund genug, mit Rauchen aufzuhören". Der Aufhörwettbewerb richtet sich an alle Raucherinnen und Raucher, die bereit sind, während eines Monats auf Zigaretten zu verzichten. Anmeldeformualre können über die Gratisnummer 0800 882 555 bestellt werden.

Jeder Rauchstopp ist ein doppelter Gewinn, für die Gesundheit und das Portemonnaie. Deshalb findet im Mai in rund 400 Apotheken eine Sparaktion statt: Rauchende erhalten ein Kässeli, in das sie das Geld zur Seite legen können, das sie bisher für Tabakwaren ausgaben.

Wer die Rauchgewohnheiten ablegt, verändert den Stoffwechsel und benötigt weniger Kalorien. Im Durchschnitt werden Exraucher und Exraucherinnen nach dem Rauchstopp zusätzlich 2 Kilos schwerer. Dies ergab eine repräsentative Befragung in der Deutschschweiz im Frühjahr 1997 und nach anderthalb Jahren im Herbst 1998, durchgeführt vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern.

Im internationalen Vergleich fällt der Gewichtsanstieg nach dem Rauchstopp in der Schweiz gering aus. Durchschnittlich nennen internationale Studien eine Zunahme von 5 bis 6 Kilos innerhalb von zwei Jahren.

Ausserdem legen Personen, die gleichzeitig mit dem Rauchstopp ein Trainingsprogramm beginnen, deutlich weniger Gewicht zu als Personen, die zwar aufhören, aber keinen Sport treiben. Dies zeigen wissenschaftliche Studien. "Ein sportliches Trainingsprogramm muss weder besonders anstrengend noch sehr zeitraubend sein," hielt Bernard Marti, Leiter des Sportwissenschaftlichen Instituts in Magglingen, vor den Medien fest.

Häufig ersetzt der ständige Griff zu Naschereien den früheren Griff zur Zigarette. In dieser Situation haben sich Ernährungstipps bewährt, die den bisherigen Gewohnheiten und bestehenden Möglichkeiten Rechnung tragen. Maaike Kruseman, diplomierte Ernährungsberaterin aus Genf, gab an der Medienorientierung in Bern einige praktische Beispiele:

  • pro Mahlzeit mindestens eine Portion Gemüse essen,
  • fetthaltige Nahrungsmittel wie Pommes frites, Aufschnitt und panierte oder fritierte Esswaren einschränken.

Der wichtigste Ratschlag lautete aber wohl: "Gönnen Sie sich täglich einen Leckerbissen".

Hinter der Kampagne zum Tag des Nichtrauchens stehen folgende Gesundheitsorganisationen: Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention, Bundesamt für Gesundheit, Schweizerischer Apothekerverband und Schweizerische Krebsliga. Unterstützung liefern zudem die Lungenliga Schweiz, der Schweizer Berufsverband der Krankenschwestern und Krankenpfleger, die Verbindung der Schweizer Ärzte, die Firma Pharmacia & Upjohn AG und kantonale Organisationen.

Für weitere Auskünfte: Verena El Fehri, Geschäftsführerin Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention, Tel. 031 389 92 46, Fax 031 389 92 60

Bern, 9. Mai 2000

31. Mai 2000 Tag des Nichtrauchens

Dr. med. Hugo Wick, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention

Der Tag des Nichtrauchens geniesst in der Schweiz einen hohen Bekanntheitsgrad. 77% der Schweizer Bevölkerung haben 1999 den Tag des Nichtrauchens beachtet. Dies ist sicher auch auf die grosse Kontinuität der Aktion zurückzuführen. Bereits 1985 wurde der erste Tag des Nichtrauchens in der Schweiz ins Leben gerufen, anfangs 90er Jahre erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO den 31. Mai zum Welttag ohne Tabak. Seitdem findet der Tag des Nichtrauchens in der Schweiz ebenfalls am 31. Mai statt und ist Teil der weltweiten WHO-Kampagne.

Der Tag des Nichtrauchens soll Raucherinnen und Raucher zum Nachdenken anregen und sie ermutigen, den Ausstieg zu wagen. Nebst der Motivation steht die Information sowie die Unterstützung beim Rauchstopp im Vordergrund.

Als Präsident der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention freue ich mich besonders, dass wir die Aktion rund um den Tag des Nichtrauchens in diesem Jahr gemeinsam mit anderen nationalen Partnern durchführen können. Die Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Krebsliga (Milestone-Kampagne) und dem Schweizerischen Apothekerverein eröffnet uns weitere Möglichkeiten. Wie in den vergangenen Jahren ist das Bundesamt für Gesundheit ein besonders wichtiger Partner.

Unterstützt wird die Kampagne zudem von der Lungenliga Schweiz, dem Schweizer Berufsverband der Krankenschwestern und Krankenpfleger, der Verbindung der Schweizer Ärzte, der Firma Pharmacia & Upjohn AG und kantonalen Organisationen.

Bern, 9. Mai 2000

Tabak – Gesundheitsproblem Nr. 1

Patrick Vuillème, Bundesamt für Gesundheit

In der Schweiz sterben jährlich ca. 8'000 Personen infolge ihres Tabakkonsums. Dieses bekannte Faktum muss in Relation gesetzt werden zum Beispiel zum Todeszoll der AIDS-Epidemie, wo seit Ausbruch bis heute doch weniger Todesfälle (ca. 4'900 registrierte Fälle seit 1984) zu beklagen sind. Viele rauchende Schweizerinnen und Schweizer trifft es zudem im besten Alter - es gibt jährlich über 800 Todesopfer unter den 55-jährigen, eine Zahl, die grösser ist als diejenige der Verkehrsopfer. In diesem Sinn ist der Tabakkonsum das öffentliche Gesundheitsproblem Nr. 1 bei uns.

Der Tabakstopp ist ohne Zweifel die wirksamste Massnahme für alle, die ihre Gesundheit schützen und verbessern möchten. Es ist erfreulich, dass eine Mehrzahl der Rauchenden aufhören möchten, und dass über eine Million von ihnen den steinigen Weg zum dauerhaften Ausstieg geschafft haben. Oft sind mehrere Aufhörversuche erforderlich, und jeder Versuch sollte als ein Schritt auf dem Weg zum Erfolg gesehen werden, ein Schritt im Lernprozess des Aufhörens.

Mit Rauchen aufhören – für sich und seine Nächsten

Neben seiner entscheidenden Wirkung für die eigene Gesundheit wird der Rauchstopp die Umgebung positiv beeinflussen, wird doch dieser Ausstieg als persönlicher Sieg des erfolgreichen Ex-Rauchenden angesehen. Das gesellschaftliche Leben vereinfacht sich sofort für ihn, und sein gutes Beispiel kann die Partnerin oder den Partner, sogar die eigenen rauchenden Jugendlichen, zum Ausstieg bewegen.

Kinder werden häufig selber rauchen, wenn sie rauchende Eltern haben. Hier lohnt sich der Rauchstopp, besonders wenn die Kinder zum Zeitpunkt des Ausstiegs der Eltern jünger als 9-jährig sind. Sie haben dann ein bis zu zweimal kleineres Risiko, selber Raucher zu werden.

Während Nichtrauchende von jedem erfolgten Ausstieg direkt profitieren, indem sie in Gemeinschaftsräumen weniger Rauch einatmen müssen, soll auch darauf hingewiesen werden, dass sie selber bei Ausstiegsversuchen eine wesentliche Rolle spielen. Sie können zum Beispiel ihre aufhörwilligen Kollegen und Freunde ermutigen und begleiten. Diese Begleitung, wie auch andere unterstützende Mittel (z.B. Programm und Broschüren „Ziel Nichtrauchen", Nikotinersatz-Präparate und medizinische Begleitung), erhöhen die Erfolgschancen erheblich.

Für weitere Informationen: Patrick Vuillème, Bundesamt für Gesundheit,

Telefon: 031 323 87 68, Fax 031 323 00 60

Bern, 9. Mai 2000

Rauchstopp und Gewichtszunahme

Dr. Christoph Junker, Institut für Sozial- und Präventivmedizin

Viele Rauchende, welche aufhören möchten, sind sich bewusst, dass mit dem Rauchstopp ein Gewichtsanstieg verbunden sein kann. Einige versuchen deshalb gar nicht erst, mit Rauchen aufzuhören.

Auf einen Rauchstopp folgt eine gewisse Gewichtszunahme. Eine aktuelle Zusammenfassung mehrerer internationaler Studien nennt eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 5 bis 6 kg innerhalb von 2 Jahren nach dem Rauchstopp.

Neue Schweizer Zahlen liefert die Studie „Swiss Longitudinal Study on Smoking Cessation". Die erste Befragung unter dem Titel „Kenntnisse über die Raucherentwöhnung und die Passung von Angebot und Nachfrage in der Schweiz" wurde vom Bundesamt für Gesundheit angeregt und finanziert. Die Nachbefragung derselben Personen erfolgte 18 Monate später, finanziert vom Nationalfonds. An dieser Studie aus dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern haben lic. phil. Gian Töny und Prof. Dr. med. Theo Abelin mitgewirkt.

Wir haben eine repräsentative Stichprobe von RaucherInnen und Ex-RaucherInnen der Deutschschweiz im Frühjahr 1997 und im Herbst 1998 über das Rauchen und Aufhören befragt. Die Interviews erfolgten telefonisch durch unser eigenes Befragungszentrum. Zu beiden Zeitpunkten haben wir auch Angaben zum Körpergewicht erhoben.

Bei der Erstbefragung erkundigten wir uns nicht, wie dies in anderen Studien oft getan wird, ob sich jemand wegen seines Gewichts Sorgen macht, sondern wir fragten offen, was die positiven Seiten des Tabakkonsums seien. Bei diesem Stichwort wurde auch die Gewichtskontrolle mittels Rauchen genannt. Allerdings gaben nur 6% der Befragten die Gewichtskontrolle als positiven Aspekt an.

Von 505 Personen, die 1997 täglich Tabak konsumierten, liegen vollständige Daten vor. Von diesen rauchten 82% ohne Unterbruch weiter, 12% hatten in der Zwischenzeit einen Aufhörversuch unternommen, rauchten aber bei der zweiten Befragung wieder, und 6% hatten mittlerweile ganz aufgehört. Rauchende ohne Aufhörversuch sind in den 18 Monaten etwa 1/2 kg schwerer geworden. Rauchende mit einem erfolglosen Aufhörversuch nahmen knapp 1 kg zu. Diejenigen, welche in den 18 Monaten die Rauchgewohnheit abgelegt hatten, legten durchschnittlich 2 1/2 kg zu. Diese zusätzliche Gewichtszunahme von 2 kg ist statistisch signifikant.

Zwischen Männern und Frauen besteht kein Unterschied. Über 45jährige Personen weisen eine geringere Gewichtszunahme auf. Bei den Personen, welche weiterhin rauchen, haben diejenigen mit einem niedrigeren Ausgangsgewicht mehr zugenommen. Bei den Ex-RauchenInnen gibt es aber keinen Unterschied nach Ausgangsgewicht.

Der Gewichtsanstieg ist demnach eher geringer als in amerikanischen Studien berichtet. Dennoch empfehlen wir, das Gewicht beim Rauchstopp im Auge zu behalten und bei einer überdurchschnittlichen Zunahme Hilfe und Beratung zu beanspruchen.

Für weitere Auskünfte: Dr. Christoph Junker, Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Tel. 031 631 35 11, Fax 031 631 35 20

Bern, 9. Mai 2000

Bewegung und Sport: doppelt interessant für (Ex-)RaucherInnen!

Prof. Dr. med. Bernard Marti, Leiter des Sportwissenschaftlichen Institutes (SWI) am Bundesamt für Sport (BASPO) in Magglingen

Zahlreiche bevölkerungsbezogene Erhebungen – darunter auch Schweizerische – belegen es: Bewegung und Sport vertragen sich schlecht mit Rauchen, indem unter den regelmässig aktiven Frauen und Männern der Raucheranteil um 10 – 20 Prozentpunkte tiefer liegt als bei den körperlich Inaktiven. Spezifischere Untersuchungen haben sogar gezeigt, das Personen, die mit einem regelmässigen Ausdauertrainingsprogramm beginnen, rein statistisch gesehen eine Aufgaberate des Rauchens besitzen, die derjenigen für Schwangerschaft oder nach einem Herzinfarkt gleichkommt. Mehrere Erklärungen kommen für diese (kausal nicht eindeutig festgelegte) entgegengesetzte Beziehung zwischen Sport und Rauchen in Frage: zum einen wirken Bewegung und Sport psychisch entspannend, stresslösend, teilweise sogar antidepressiv – alles Wirkungen, die häufig auch dem Zigaretten rauchen zugeschrieben werden; zum andern beeinträchtigt Zigaretten rauchen nachweislich die körperliche Leistungsfähigkeit im Ausdauerbereich – was vor allem für leistungsorientierte Sporttreibende von Bedeutung ist. Schliesslich passt rauchen mit seinen gesundheitlich-negativen Konnotationen je länger desto schlechter in einen sportlich-fitten Lifestyle.

Regelmässige körperliche Betätigung und Sport helfen, das Körpergewicht unter Kontrolle zu halten. Sportlich aktive Personen nehmen im Laufe ihres Lebens weniger an Gewicht zu als Inaktive. Bewegung und Sport können indessen nicht als Wundermittel zur Gewichtskontrolle bezeichnet werden, und sie können auch den nach einem Rauchstopp häufig beobachtbaren Anstieg des Körpergewichtes nicht immer verhindern. Die nicht restlos geklärten Gründe für besagten Gewichtsanstieg nach dem Rauchstopp liegen auf mindestens zwei Ebenen: zum einen sinkt nach Wegfall des Nikotins die Stoffwechselrate des Körpers auch in Ruhe ein bisschen ab, d.h. der Energiebedarf des Organismus ist nach einem Rauchstopp etwas reduziert; bei gleichbleibender Energiezufuhr resultiert dies in einer Körpergewichtszunahme. Aber auch psychologische Gründe könnten nach Rauchstopp zu einer Erhöhung der Kalorienzufuhr führen (z.B. Naschen anstelle des Anzündens einer Zigarette).

Erste Studien, u.a. aus Amerika bei einer sehr grossen Gruppe von Krankenschwestern, belegen nun, dass die nach Rauchstopp im Durchschnitt beobachtete Gewichtszunahme signifikant geringer ausfällt, wenn gleichzeitig mit dem Rauchstopp mit einem sportlichen Trainingsprogramm begonnen wird, das weder hoch anstrengend noch sehr zeitraubend sein muss.

Zusammenfassend lohnt sich jeder Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören – die allfällige Gewichtszunahme ist verglichen mit dem gesundheitlichen Nutzen des Rauchstopps völlig zu vernachlässigen! – und wer gleichzeitig ein Bewegungsprogramm startet, hat noch weitere wesentliche Vorteile auf seiner Seite!

Professor Dr. med. Bernhard Marti, Leiter des Sportwissenschaftlichen Institutes (SWI) am Bundesamt für Sport (BASPO) in Magglingen, Telefon 032 327 61 11

Bern, 9. Mai 2000

Rauchstopp und Gewichtskontrolle

Maaike Kruseman, diplomierte Ernährungsberaterin

Die Gewichtszunahme ist eines der grössten Hindernisse, mit Rauchen aufzuhören. Sie wird oft als Grund genannt bei einem Rückfall. Fachleute versuchen die zukünftigen Exraucherinnen und Exraucher zu ermutigen und verharmlosen das Risiko eines Gewichtsanstiegs. Es stimmt, dass die durchschnittliche Zunahme bloss 3 bis 4 Kilos beträgt und sich erklären lässt durch einen veränderten Energiestoffwechsel. Nach einem Rauchstopp würde demnach das Gewicht der Exraucher wieder auf das der Nichtraucher ansteigen.

Doch legen zehn Prozent der Betroffenen mehr als 13 Kilos zu; und diejenigen, die "nur" 3 oder 4 Kilos zunehmen, betrachten diesen Anstieg oft als unannehmbar.

Grundsätzlich tragen die Personen das höchste Risiko einer Zunahme, die zur Gewichtskontrolle ihre Ernährung seit mehreren Jahren einschränken. Dies ist nicht erstaunlich. Ernährungsbeschränkungen gehen häufig Hand in Hand mit Störungen im Ernährungsverhalten; eine sehr strenge Diät endet paradoxerweise oft mit einer Gewichtszunahme. Sinnvoll ist deshalb der Besuch bei einer diplomierten Ernährungsberaterin besonders für die Personen, die Angst vor zusätzlichen Kilos haben oder aus Sorge ums Gewicht wieder zu rauchen begonnen haben.

Eine Ernährungsberatung verläuft in zwei Phasen:

• Zuerst erfolgt eine Bestandesaufnahme des Essverhaltens (freiwillige Einschränkungen, Naschereien, Esszwänge), des Gewichtsverlaufs (höchstes und tiefstes Gewicht, Wunsch nach weniger Kilos, bisherige Diäten) und der aktuellen Essgewohnheiten (meistens anhand eines Esstagebuchs).

• Dann legen Ernährungsberaterin und betroffene Person die praktischen Ziele fest in Hinblick auf eine beschränkte Zunahme. Die Ziele können das Verhalten oder die Nahrungsmittel betreffen. Wer etwa den Griff zur Zigarette ersetzt durch den Griff zu Naschereien, kann zwischen jeder Nahrungsaufnahme mindestens drei Stunden warten sowie zum Essen sich hinsetzen und im Moment nichts anderes tun.

Das Verordnen einer strengen Diät schiesst über das Ziel hinaus. Hingegen bewähren sich praktische Tipps, die den bisherigen Gewohnheiten und bestehenden Möglichkeiten Rechnung tragen, beispielsweise mindestens eine Portion Gemüse pro Mahlzeit essen, sich täglich eine Nascherei gönnen, fetthaltige Nahrungsmittel wie Pommes frites, Aufschnitt und panierte oder fritierte Esswaren einschränken.

Maaike Kruseman, diplomierte Ernährungsberaterin, Präsidentin "Antenne des Diététiciens Genevois Mai 2000", Département de Médecine Communautaire, Hôpitaux Universitaires Genève, 1211 Genève 14, Tel. 022 372.94.15, Fax 022 372.93.59, E-Mail maaike.kruseman@hcuge.ch

Bern, 9. Mai 2000

5000 Franken zu gewinnen. Grund genug, mit Rauchen aufzuhören

Verena El Fehri, Geschäftsführerin Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention

Der nächste Milestone für Rauchende: Wer einen Monat lang auf Zigaretten verzichtet, kann 5000 Franken gewinnen. Die Milestone-Kampagne möchte Rauchende davon überzeugen, ein besonderes Ereignis im Leben als Motivation zu nehmen, um das Rauchen aufzugeben. Dies kann die Hochzeit, die Geburt eines Kindes, ein neuer Job oder der Tag des Nichtrauchens vom 31. Mai sein. Zu dem Anlass schreibt die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention dieses Jahr bereits zum 7. Mal den Aufhörwettbewerb aus.

Viele Rauchende möchten aufhören oder machen sich schon seit längerem Gedanken über einen Rauchstopp. Oft fehlt nur noch der letzte Anstoss. Mit dem Wettbewerb zum Tag des Nichtrauchens bieten wir genau diesen letzten Kick.

Der Wettbewerb richtet sich an Raucherinnen und Raucher, die bereit sind, während eines Monats auf Zigaretten zu verzichten. Wer vom 31. Mai bis am 28. Juni nicht raucht, kann an der Verlosung der 5'000 Franken teilnehmen. In einigen Kantonen gibt es zusätzliche Preise zu gewinnen.

Der Wettbewerb ist Teil des internationalen "Quit and Win Contest", an dem sich über hundert Länder und mehrere hunderttausend Rauchende beteiligen. Schirmherrin ist die Weltgesundheitsorganisation WHO; das National Public Health Institute in Helsinki koordiniert die Kampagne. Als Hauptpreis des "Quit and Win Contest" locken 10'000 US-Dollar.

Trägerorganisationen des Wettbewerbs "5000 Franken zu gewinnen. Grund genug, mit Rauchen aufzuhören" sind die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention, das Bundesamt für Gesundheit, der Schweizerische Apothekerverband und die Schweizerische Krebsliga.

Unterstützt wird der Wettbewerb zudem von der Lungenliga Schweiz, dem Schweizer Berufsverband der Krankenschwestern und Krankenpfleger, der Verbindung der Schweizer Ärzte, der Firma Pharmacia & Upjohn AG und kantonalen Organisationen.

Wettbewerbskarten können über die Gratisnummer 0800 882 555, via Fax 031 389 92 60 oder E-Mail info@at-schweiz.ch bestellt werden. Auf der AT-Homepage www.at-schweiz.ch kann man sich ebenfalls direkt anmelden.

Wettbewerbsbedingungen:

Teilnahmeberechtigt sind alle Raucherinnen und Raucher, welche vom 31. Mai bis am 28. Juni 2000 nicht rauchen. Der Rauchstopp muss durch eine Person bestätigt werden. Anmeldeschluss ist der 5. Juni 2000, die Preisverlosung erfolgt am 28. Juni 2000. Um die Rauchabstinenz zu überprüfen, hat sich der Gewinner oder die Gewinnerin einem biologischen Test zu unterziehen. Der Name der Siegerin oder des Siegers wird veröffentlicht. Mit dem Einsenden des Formulars akzeptieren die Teilnehmer/innen diese Bedingungen.

Weitere Auskünfte: Verena El Fehri, Geschäftsführerin Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Telefon 031 389 92 46, Fax 031 389 92 60

Bern, 9. Mai 2000

Warum kann das Körpergewicht nach einem Rauchstopp ansteigen?

Hintergundinformationen von PD Dr. med. Jean-François Etter

Das Nikotin verändert den Fettstoffwechsel und setzt den Energieverbrauch hinauf. Deshalb wiegen Rauchende im Durchschnitt 3 bis 4 Kilos weniger als Nichtrauchende, auch wenn sie gleichviel essen. Das durchschnittliche Gewicht der Rauchenden liegt unter dem Normalgewicht der Nichtrauchenden gleichen Alters, dieses Untergewicht kann die Gesundheit schädigen.

Das Nikotin erhöht die Aktivität des Sympathicus, jenes Teils des autonomen Nervensystems, das unter anderem für den Energieabbau zuständig ist. Diese Aktivität steigert einerseits den Abbau der Fettreserven und hemmt anderseits die Ablagerung von Fett im Gewebe. Rauchende verlieren also zu Beginn des Tabakkonsums einen Teil ihres Fettgewebes.

Nach dem Rauchstopp holen Exraucherinnen und Exraucher das fehlende Gewicht wieder auf. Der Anstieg hält sich jedoch in Grenzen (durchschnittlich 3 Kilos bei den Männern und 4 Kilos bei den Frauen).

Der Gewichtsanstieg wird ausgelöst durch den Nikotinstopp; eine Zunahme lässt sich hinauszögern durch die Verwendung nikotinhaltiger Ersatzprodukte (Kaugummi, Pflaster, Spray oder Inhalator).

• Wenn Sie aus Sorge vor einer Gewichtszunahme von einem Rauchstopp eher absehen, können Sie auch Ihre Einstellung zum Körpergewicht ändern. Wenn Sie aufhören zu rauchen, pendelt sich Ihr Gewicht auf dem durchschnittlichen Gewicht der Nichtrauchenden Ihres Alters ein. In der Regel werden Sie nicht mehr zunehmen. Rauchen stellt eine gefährliche Art der Gewichtskontrolle dar.

• Eines nach dem anderen: Hören Sie zuerst mit dem Rauchen auf, kümmern Sie sich anschliessend um eine mögliche Gewichtszunahme. Setzen Sie sich in der Zeit nach dem Rauchstopp nicht zusätzlich unter Druck mit einer allzu strengen Diät, denn Rauchstopp und Diät zusammen könnten sich als zu schwierig erweisen.

Nach dem Rauchstopp verlieren Haare und Kleider den Geruch nach abgestandenem Rauch; der Atem riecht besser. Sie werden über mehr Geld verfügen und sich neue Kleider kaufen oder vermehrt zum Coiffeur gehen können. Sie werden also besser aussehen trotz einiger zusätzlicher Kilos.

PD Dr. med. Jean-François Etter, Faculté de médecine, Institut de médecine sociale et préventive, Centre médical universitaire, 1211 Genève 4, Tel. 022 702.59.57, Fax 022 322.13.39, E-mail etter@cmu.unige.ch

Berne, le 9 mai 2000

Rauchen in der Schweiz

(AT) 33 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren rauchen in der Schweiz. Bei den Männern sind es 38 Prozent, bei den Frauen 27 Prozent. Diese Angaben stammen aus der zweiten Schweizerischen Gesundheitsbefragung von 1997.

Im Vergleich zur ersten Gesundheitsbefragung von 1992 ergibt sich ein Anstieg von 3 Prozent. Damals rauchten insgesamt 30 Prozent der über 15jährigen Personen, 37 Prozent bei den Männern und 24 Prozent bei den Frauen.

In allen Altersklassen konsumieren weiterhin mehr Männer als Frauen Tabak. Die Zunahme der Rauchenden von 1992 bis 1997 fiel am stärksten aus in der Altersklasse der 15- bis 24jährigen; auffällig ist hier der starke Anstieg bei den Raucherinnen.

Anteil der Rauchenden bei den 15- bis 24jährigen

1997 1992 Zunahme von 1992 bis 1997
Total 43 % 31 % + 40 %
Frauen 41 % 26 % + 58 %
Männer 46 % 36 % + 29 %

Besonders krass kommt dieser Trend zum Ausdruck bei den 15- bis 19jährigen:

Anteil der Rauchenden bei den 15- bis 19jährigen

1997 1992 Zunahme von 1992 bis 1997
Total 40 % 23 % + 74 %
Frauen 39 % 18 % + 117 %
Männer 41 % 29 % + 41 %

(Quelle: Bundesamt für Statistik, November 1998)

 

Bern, 9. Mai 2000